Gamburg
De Hokkemo un die Hullefra
Text: Roland Johannes
Sprecher: Reinhard Keller
De Hokkemo un die Hullefra
Unne, an der Gammemer Brügge, do wu die Dauber dungel un tief unner de Böiche fließt,
haust seit aldi Zeide de Hokkemo.
Des is en Wassergeist, grüh un grau wie de Schlamm ufm Gruund, mit langi Ärm un grummi Hokke an de Händ. Wenn dem oaner zu noh kümmt, den zieht er in die Dauber nunner. Vor allem die freche Kinner höilt der sich, die nit höre wölle un zu noh ans Wasser laafe. Ah neugierische Waschweiber, die sich über die Mauer beuche, packt der mit seine Klaue.
Doch koaner is ganz verlore. Am Ufer wacht die Hullefra, e guddes, aldes Weib. Die guckt noch dene, ihr wohlgesunnene Mensche. Die hot scho viel Leud un Kinner aus de Klaue vom Hokkemo grettet.
Des erzähle die Alde ihrer Kinner, dass sie folche müsse un von der Dauber wegbleibe sölle.
Der Hakenmann und die Hullefrau
Unten an der Gamburger Brücke, wo die Tauber dunkel und tief unter den Brückenbögen fließt, haust seit alten Zeiten der Hakenmann.
Ein Wassergeist ist er, grün und grau wie der Schlamm am Grund, mit langen Armen und krummen Haken an den Händen. Wer ihm zu nahe kommt, den zieht er hinab in die Tauber.
Vor allem die unartigen Kinder soll er sich holen, die nicht hören wollen und zu dicht ans Wasser laufen. Auch neugierige Waschfrauen, die sich über die Mauer beugen, packt er mit seinen Klauen.
Doch niemand ist ganz verloren. Am Ufer wacht die Hullefrau, eine gute, alte Frau. Sie ist den Menschen wohlgesonnen und reißt manches Kind aus den Klauen des Hakenmannes wieder heraus.
So erzählten es die Alten den Kindern, damit sie folgsam blieben und der Tauber nicht zu nahe kamen.
Initiative und Organisation:
Hans Slama, Langenelz, und Dr. Isabell Arnstein, Buchen