Werbachhausen
Die Schaüre
Text: Thomas und Renate Ehrlenbach
Sprecher: Thomas Ehrlenbach
Die Schaüre
Faost aolli Berufe haowe früher ihr ächens Werkzäuch unn Gebäude ghaobt. Wenn dr Beruf ausgstorwe is, sen oft a die Gebaüde verschwunne. Maonchi Schaüre is ümgebaut odder agrisse worde. Oft is bloß dr Drächerbaolge gebliewe. Dort hot mr dann früher beim Schlaochtde die Saü zum Ausnamme uffghengt.
Viel Zeit hot dr Bauer in de Schäure verbroocht. Die meiste Ärbt hots Dräsche gmacht, früher mit Dreschfläichl uffm Denn, spöder mit dr Dreschmaschin.
In dr Schaüre sen a Strohsäller gebunne, Rachezinge gschnitzt, Sense gedengelt unn Hawe gschärft worde.
Maonchmol war in äm Seidebaore än klänne Raongeschekaller. Do waors im Summer kühl unn im Winder hods nit neigfrore. Do hot mer dann Raongesche, Grummbiere, Graut unn vor allem dr Öpfelmoust glaochert. Dar waor fürn Bauer faost’s Wichtigsde.
Üwer die steile Gebelkslädder hot mer uff die Böude steich könne. Do hot mer aowwer scho glengich sei müsse. Gaonz von ouwe hot mer dann durchs „Öllelouch“ weit naus guck könne.
Die Erinnerunge bleiwe, aowwer vor allem die aolte Ermaohnung:
Geh nie mit offenem Faüer dorchs Schaüretor!
Die Scheune
Fast alle Berufe haben ihr eigenes Werkzeug und Gebäude gehabt. Stirbt der Beruf aus, verschwinden die Werkzeuge und oft auch die Gebäude. Manche Scheune wurde umgebaut oder abgerissen. Oft blieb nur der Trägerbalken. Daran wurden früher beim Schlachtfest die Schweine zum Ausnehmen aufgehängt.
Viel Zeit verbrachte der Bauer in der Scheune. Die meiste Arbeit machte das Dreschen: früher mit dem Dreschflegel auf der Tenne, später mit der Dreschmaschine.
In der Scheune wurden auch Strohseile gebunden, Rechenzinken geschnitzt, Sensen gedengelt und Kleingeräte geschärft.
Manchmal gab es einen kleinen Keller in einem Seitenteil. Da war es im Sommer kühl und im Winter frostfrei. Hier wurden dann Rüben, Kartoffeln , Kraut und vor allem der Apfelmost gelagert. Der war für den Bauer besonders wichtig.
Über die steile Gebälksleiter stieg man auf die Böden. Das brauchte Übung und Geschick. Ganz oben konnte man durch das „Eulenloch“ weit schauen.
Tausend Erinnerungen bleiben, vor allem aber die alte Ermahnung:
Geh nicht mit offenem Feuer durch das Scheunentor!
Initiative und Organisation:
Hans Slama, Langenelz, und Dr. Isabell Arnstein, Buchen